In Zeitungen konnte man vor kurzem über einen Pharma-Skandal lesen, das Ärzte von der Pharmaindustrie Geschenke erhalten, wenn sie ganz bestimmte Medikamente
verschreiben.
Na und, wer will sich darüber noch aufregen? Meldungen wie
„Krankenkassen verkaufen Patientendaten“, „Medikamente ohne Kinderzulassung“, „Staatsanwaltschaft
ermittelt gegen Manager und Pharmavertreter“, „Gebührenkoller wegen Kostenerhöhung“ usw. sind in der einschlägigen Presse doch zwischenzeitlich an der
Tagesordnung. Jetzt sind eben mal die Ärzte an der Reihe.

Die nehmen doch kein richtiges Geld sondern lediglich Geschenke für bestimmte Präparate. Wenn schon ... das ist doch nicht wirklich korrupt sondern vielmehr so
eine gefühlte Bestechlichkeit. Nur nicht aufregen und immer schön geschmeidig bleiben. Das ganze Thema ist schneller wieder vergessen als der Kater nach einer
versoffenen Nacht.
Leider ist es genau so und das sollte eigentlich jeden wachrütteln. Eins ist doch klar, wir alle müssen früher oder später einmal zum Arzt und aus diesem Grund geht
es uns letztendlich alle an. Doch niemand in unserer inkontinenten politischen Führungriege hat wirklich das Rückrat, diesen aufgequollenen Pharmasumpf einmal
systematisch trocken zu legen. Warum eigentlich nicht?
Nun ... das Geschäft mit der Krankheit ist ein gigantischer Milliardenmarkt und wenn die Absatzzahlen nicht stimmen, dann werden eben neue Krankheiten erfunden.
Nach einer Studie der australischen University of Newcastle wird in den USA behauptet, dass 43 % aller Frauen an einer sexuellen Funktionsstörung leiden, die behandelt
werden muss. Auch das Zappelbeinsyndrom (restless legs) und Osteoporose sollen erfundene Krankheiten sein.
Lasst euch nicht für krank verkaufen, ihr seit gesünder als ihr denkt!
Wenn schon erfundene Krankheiten, dann würde ich mir etwas mehr Kreativität wünschen. Wie wäre es denn z.B. mit:
Rentalvegetatives Burnout-Syndrom (RBS)
Unter RBS, auch Rentnerkrankheit genannt, leiden insbesondere ältere Menschen. Durch einen permanent sinkenden Rentenspiegel empfinden diese Greise
ein steigendes Suffiziensdefizit mit dem von ihnen angeblich nie unterschriebenen Generationenvertrag. Weitere Symptome sind flatulenzierende Äußerungen
wie: „Hätte ich doch alles privat angelegt dann wäre ich heute besser dran!“ oder „Ich will 100 Jahre alt werden“.
oder auch sehr interessant wäre:
Dilatative Tributalabstinenz (DTA)
Hierbei handelt es sich um eine dysfunktionale Verhaltensweise des Patienten hinsichtlich der zu leistenden Steuern. Es dominiert die depressiv gesteuerte
Einschätzung, am Ende der Schröpfungstauglichkeit lediglich verarscht worden zu sein. Fachärzte empfehlen in der Regel eine Immuntherapie gegen vorgenannte
Krankheitssymptome, um auch zukünftig die Fiskalausscheidungen des Patienten zu gewährleisten.
Je mehr Patienten es gibt ... um so öfter sind sie krank. Sind sie länger krank, bringen sie auch mehr Geld ein. Die Pharmaindustrie ist im Krankheitswesen
allgegenwärtig und allmächtig. Niemand kann sie stoppen und schon gar nicht unsere Politiker. Das was unsere Bundesgesundheitsblenderin Ulla Schmidt
zur Zeit von sich gibt, erzeugt bei mir eine schwallartige Entleerung des Magen- und Speiseröhreninhaltes entgegen der natürlichen Richtung.
Die ganze Thematik ist derart komplex, das jedwedes Handeln ausschließlich Schadensbegrenzung darstellt als vielmehr orientiertes Handeln.
Wir dürfen uns wirklich nicht wundern, wenn sich Ärzte heutzutage von ihrer moralischen Abstinenz leiten lassen und der einen oder anderen pharmazeutischen
Zuwendung nicht sofort das ethische Stoppschild vorhalten. Geld hat nun mal keine Moral. Der Fehler hat System und ist das System.
Solange es eine Zwei-Klassen-Medizin gibt, wird sich nichts ändern. Wenn das die Politik irgendwann einmal erkannt hat, werden auch die Meldungen in den
einschlägigen Medien weniger. Bis dahin ist es jedoch noch ein weiter Weg.